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Das Projekt Tielke II
1980 hat Günther Hellwig, mein Vater bzw. Schwiegervater, das lang erwartete Standardwerk über Joachim Tielke herausgebracht:
Joachim Tielke. Ein Hamburger Lauten- und Violenmacher der Barockzeit
Frankfurt/Main 1980 Joachim Tielke (1641-1719) ist seit dem Erscheinen dieser Veröffentlichung im Bewusstsein vieler Instrumentenkundler und Freunde alter Musikinstrumente fest verankert als einer der ganz Großen seines Faches. Sein Oeuvre ist mit 139 von Günther Hellwig aufgelisteten Arbeiten eines der das umfangreichsten nach dem Antonio Stradivaris. Schwerpunkte von Günther Hellwigs Forschungen waren die Erfassung der erhaltenen Instrumente aller Arten, die Dokumentation typologischer und instrumententechnischer Merkmale sowie die Beschreibung des Dekors in Form von geschnitzten Köpfen und aufwändigen Marketerien mit floralen Ornamenten und emblematischen Darstellungen.
Diese Publikation ist seit vielen Jahren vergriffen, so dass eine Neuauflage ansteht. Durch Forschungen verschiedener Spezialisten ist allerdings deutlich geworden, dass nur eine gründliche Überarbeitung den neuen Erkenntnisssen gerecht werden kann. U.a. sind neue Fakten und Überlegungen zur Vita Joachim Tielkes durch Alexander Pilipczuk, Überlegungen zu den Lauteninstrumente durch Klaus Martius und Fragen zur Viola d'amore ohne Resonanzsaiten durch Dorothea Jappe und Kai Köpp erarbeitet worden. Die eigene Arbeit konzentriert sich gegenwärtig auf den Nachweis des heutigen Standorts der in der ersten Auflage beschriebenen Instrumente, deren erneute Untersuchung und photographische Erfassung sowie Nachforschungen in der Literatur. Auch haben wir die intensive Arbeit an den einführenden Kapiteln begonnen. Immer deutlicher werden zudem Zusammenhänge des Dekors unter-einander erkennbar. Zudem stellen wir immer wieder Bezüge zu anderen Instrumentenmachern des Ostseeraumes und auch anderer mitteleuropäischer Zentren fest.
Im Zuge dieser Arbeit können immer mehr bisher nicht bekannte Instrumente untersucht, dokumentiert und der Werkstatt Tielkes zugeschrieben werden. Zudem gibt es eine Reihe von bereits in der Literatur verzeichneten Instrumenten, die aber erst jetzt als Arbeiten des Meisters erkannt werden. Gegenwärtig sind es mehr als 30 Instrumente oder Fragmente, die den 139 aus der ersten Auflage von 1980 hinzu gezählt werden können.
Unter den mehr als 170 Stücken befinden sich einige, deren gegenwärtige Eigentümer und Standorte nicht zu ermitteln sind. Unseren Bemühungen dazu ist bisher noch kein voller Erfolg beschieden. Wir hoffen auf entsprechende Hinweise durch die Leser dieser Seite. Vielen Dank im Voraus für Ihren Beitrag zur 2. Auflage!
Diese Neuauflage hoffen wir, im Jahr 2011 zu präsentieren, zumal wir uns freuen können, mit einem renommierten Verlag im Gespräch zu sein.
Friedemann und Barbara Hellwig
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